Designprinzipien in Smart-Data-Projekten: Weniger ist manchmal mehr

Von Corinna Köhler Vor 7 MonatenKeine Kommentare
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Die Digitalisierung beschleunigt das Tempo unserer Arbeit zusehends. Zusätzlich werden immer mehr Abläufe automatisiert. Umso wichtiger ist es, diese Prozesse auf eine saubere ausgearbeitete Grundlage zu stellen.

Das Projekt zu strukturieren und anstehende Prozesse zu gestalten – das war das Ziel, das sich die Mitarbeiter des ExCELL-Projektes, einer Smart-Data-basierten Serviceplattform, zu Beginn ihrer Arbeit gesetzt hatten. Entwickelt wurden nun sechs Designprinzipien, die unkompliziert auch auf andere Smart-Data-Projekte übertragen werden können.

Die Designprinzipien kommen ursprünglich aus dem Bereich von Software, Websites und Apps. Dort sorgt ihre Einhaltung dafür, Oberflächen nutzergerecht zu gestalten – also eine gute Usability zu gewährleisten. So beinhalten sie etwa Informationen über Form, Farbe oder Anordnung einzelner Elemente und helfen dadurch, Benutzeroberflächen strukturiert zu gestalten. Für den Nutzer führt das hohe Maß an Usability zu einer rundum positiven User Experience. Dies wird besonders klar, wenn man sich einmal das Gegenteil vorstellt:

Ein Nutzer möchte ein Kontaktformular auf einer Website ausfüllen. Einige der Formularfelder sind linksbündig, die anderen rechts und jedes Feld hat eine andere Farbe. Außerdem sind die Textfelder rund oder dreieckig. Möchte der Nutzer nach unten scrollen, verschiebt sich die Seite nach rechts oder links. Die Folge: Die Seite fühlt sich an, als wäre sie außer Kontrolle geraten. Der Nutzer wird einige Zeit benötigen, um sich auf der Seite zu orientieren oder sie direkt wieder verlassen. Wäre hier beim Erstellen der Seite nach Designprinzipien vorgegangen worden, wäre die Seite übersichtlich und benutzerfreundlich, wäre auch die User Experience eine ganz andere. Dieses Prinzip lässt sich auch auf das Projektmanagement übertragen.

Als Basis für die Konzeption der sechs Designprinzipien innerhalb von Smart-Data-Projekten dienten dem ExCELL-Team die zehn Designprinzipien des Government Digital Service in Großbritannien, die an die Smart-Data-Rahmenbedingungen angepasst und zusammengefasst wurden.

1. Die Basis bilden immer die tatsächlichen Bedürfnisse der Nutzer

Was sind die User Needs? Das sollte die Ausgangsfrage für jedes Projekt sein.

2. Konzentration auf die wesentlichen Merkmale

„Do fewer things better“ stellt einen wichtigen Leitsatz dar. Wie können die Nutzerbedürfnisse effizient erreicht werden und was wird dafür wirklich benötigt? Die zu entwickelnden Systeme sind funktional, schlank und effizient zu halten.

3. Fokus auf den Nutzer

Alle Systeme und Teilsysteme, die in Rahmen von Smart-Data-Projekten entwickelt werden, und mit denen Nutzer interagieren sollen, werden unter Berücksichtigung der Prinzipien guter Benutzerfreundlichkeit entwickelt.

4. Einbindung der Nutzerperspektive zur Qualitätssicherung

Der Nutzer wird nicht nur im Rahmen der Anforderungserhebung berücksichtigt, sondern kontinuierlich über alle Arbeitsergebnisse hinweg. Die Frage lautet, inwieweit Nutzer effektiv und effizient ihre Ziele erreichen können und damit auch zufrieden sind. Die bereits erwähnten Designprinzipien beziehen sich auf die Gestaltung von Benutzerschnittstellen. Die folgenden hingegen beschreiben die Zusammenarbeit und das allgemeine Vorgehen eines Teams in Smart-Data-Projekten.

5. Arbeiten nach Prinzipien des agilen Projektmanagements

Empfohlen wird das Vorgehen nach dem Scrum-Prinzip: Das bedeutet zunächst, das alle anstehenden Aufgaben in Arbeitspakete eingeteilt werden. Es führt schrittweise zum Ziel. Auch der Arbeitsprozess wird in kurze Perioden aufgeteilt, innerhalb derer Teile des Endprodukts bereits nutzbar gemacht werden. Dadurch gelangt das Projekt in einen Prozess der fortlaufenden Verbesserung und Optimierung, da die Daten aus der tatsächlichen Nutzung berücksichtigt werden.

6. Interdisziplinäre Vorgehensweise in allen Arbeitsphasen

Interdisziplinarität ist das A und O eines jeden Smart-Data-Projekts. Dadurch kann Wissen einfach transferiert und eine gemeinsame Perspektive auf Arbeitsergebnisse und Vorgehensweise geschaffen werden. Mithilfe der Interdisziplinarität können Missverständnisse zwischen allen Projektbeteiligten reduziert werden.

Diese sechs Designprinzipien wurden im Rahmen des Projekts ExCELL erarbeitet, einer Smart-Data basierten Serviceplattform. Im Projekt ExCELL arbeiten sechs verschiedene Projektpartner zusammen. Gerade deswegen war es wichtig, Leitlinien für das gemeinsame Arbeiten zu entwickeln, um unsere Projektziele erfolgreich erreichen zu können. „Do fewer things better“ wurde zum Leitprinzip ernannt.

Wer dem Beispiel ExCELL folgen möchte, sollte diese Tipps beherzigen: Orientieren Sie sich an Nutzerbedürfnissen bei der Anforderungserhebung, machen Sie weniger – aber dafür besser, orientieren Sie sich bei der Gestaltung von Benutzerschnittstellen am Menschen mit seinen Stärken und Schwächen und führen Sie Tests mit realen Nutzern durch. Bei der Arbeitsweise ist es wichtig, interdisziplinär und iterativ (schrittweise) vorzugehen. Bei dem Projekt ExCELL führt diese Vorgehensweise zum gewünschten Erfolg: Sie hilft, alle Projektpartner zu organisieren und auch, regelmäßig Output zu erbringen.

Verfasserin: Corinna Köhler

Kategorie:
  ExCELL

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