Smart Data verbessert die weltweite Reisesicherheit

Von Uwe Gabriel Vor 4 Monaten1 Kommentar
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In einer globalisierten Welt reisen nicht nur Touristen durch ferne Länder. Auch Geschäftsleute fliegen zu auswärtigen Handelspartnern oder fahren durch boomende Wirtschaftsregionen. Doch das Reisen birgt immer auch Risiken: Mit Naturkatastrophen, Epidemien oder Terroranschlägen muss gerechnet werden. Wie können Unternehmen ihre Mitarbeiter und Kunden auf der ganzen Welt vor solchen Vorfällen schützen?

Im Chaos einer akuten Krise dauert es lange, ehe sich die einzelnen Informationen wie Mosaiksteine zu einem vollständigen Bild der Lage vor Ort zusammenfügen. Unternehmen, die ihre Mitarbeiter oder Kunden im Krisengebiet wissen, verlieren wertvolle Zeit, um Situationen richtig einzuschätzen und Schutzmaßnahmen zu ergreifen. Ohne die Kenntnis über mögliche Handlungsoptionen oder alternative Reiserouten können die Angestellten nur schwer aus gefährlichen Situationen gerettet oder von ihnen ferngehalten werden. Trotzdem müssen Unternehmen die gesetzlich verankerte Fürsorgepflicht gegenüber ihren Angestellten und Kunden erfüllen. Insbesondere kleinen und mittelständischen Unternehmen fehlt es an Kapazitäten, um durch ein beständiges und weltweites Gefahrenmonitoring den Vorgaben des Gesetzgebers zum Schutz von Leib, Leben und Gesundheit ihrer Angestellten gerecht zu werden. Der derzeitige Mangel an Informationen macht jedoch ein schnelles Handeln in unübersichtlichen Krisensituationen unmöglich.

Informationsdefizite in Echtzeit beheben

Diese Informationsdefizite in Krisensituationen will das im Rahmen des Technologieprogramms „Smart Data – Innovationen aus Daten“ vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie geförderte Projekt „iTESA – Intelligent Traveller Early Situation Awareness“ beheben. Das Projekt soll Reiserisiken auf der ganzen Welt in Echtzeit erkennen, deren Entwicklung prognostizieren und alternative Routen ermitteln. Unternehmen können so ihre Mitarbeiter und Kunden in den Krisenregionen rechtzeitig in Sicherheit bringen oder die Geschäftsreise gegebenenfalls verlegen oder unterbrechen. Geschieht dies bereits vorab des Reiseantritts, so minimieren sich in der Regel auch die anfallenden Prozesskosten. Möglich wird das durch spezielle Data-Mining-Analysen und lernende Algorithmen, die unübersichtliche Datenmengen zu Smart Data veredeln. So werden aus den eingespeisten Rohdaten aufbereitete, nutzbare und hilfreiche Informationen, die einen Überblick über eine geografisch weit entfernte Krisensituation bieten.

Datenschutzrechtliche Bestimmungen werden berücksichtigt

Grundlage für diese Informationen findet iTESA in öffentlichen Internetquellen. Das können zum einen Nachrichtenseiten oder Websites von Behörden sein, andererseits auch Agentur- und Pressemeldungen oder Hinweise aus den sozialen Medien. Datenschutzrechtliche Bestimmungen werden dabei stets berücksichtigt. Auch die Glaubwürdigkeit der gefundenen Informationen wird überprüft und darauf basierend das Reiserisiko eingeschätzt. Der Bedrohlichkeitsgrad von Krisen sowie mögliche Verschärfungen der Lage spielen in die Risikobewertung mit ein. Aus der Analyse lässt sich dann der Handlungsbedarf für das Unternehmen ablesen. Aufgrund des hohen Automatisierungsgrades erarbeitet sich iTESA die Datenbasis auch für entlegene und selten bereiste Regionen aus lokalen Quellen und hilft so jedem Reisenden punktgenau auch außerhalb der Hot Spots.

Eine exakte Lokalisierung des Krisengebietes wird außerdem geboten. So soll iTESA die genauen Straßenzüge benennen, in denen beispielsweise gewaltsame Unruhen stattfinden. Diese Orte werden mit den Reisedaten der Mitarbeiter und Kunden abgeglichen und das Unternehmen anschließend per App über gefährdetes Personal informiert.

Ständig aktualisierte Lageberichte und Warnungen sollen Unternehmen zu fundierten Entscheidungen verhelfen. Damit wird iTESA zur Schutzengel-App für Reisende, mit deren Hilfe Unternehmen ihre Fürsorgepflicht zuverlässig erfüllen können.

Auch eine spätere Ausweitung der Dienstleistung iTESA auf die Logistikbranche („Sicherheit von Handelsrouten“) ist vorstellbar. So kann eine vorherige Prüfung der Soll-Route auf mögliche Störungen vor Unterbrechungen und Ausfällen schützen.

Kategorien:
  iTESA, Mobilität

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