Aus „Big Data, Smart Data, next?“: Treiber oder getrieben werden – Technologie-Innovationen machen den Unterschied

Von Smart Data Begleitforschung Vor 3 MonatenKeine Kommentare
Home  /  Allgemein  /  Aus „Big Data, Smart Data, next?“: Treiber oder getrieben werden – Technologie-Innovationen machen den Unterschied

Andrea Martin, IBM Deutschland © Wolfgang Borrs

 

Von Andrea Martin.

Werden wir Treibende oder Getriebene der Technologien sein? Diese Frage wird sich durch unsere Innovationskraft entscheiden – zum einen im Kontext des globalen Wettbewerbs, zum anderen aber auch durch unseren Mut, Innovationen tatsächlich anzunehmen und umzusetzen.

Wir leben in einer Gesellschaft, die verstärkt durch Digitalisierung und Vernetzung geprägt ist. Die Vision der „Society 5.0“ gewinnt zunehmend Bedeutung: Hinter diesem ursprünglich in Japan geprägten Begriff verbirgt sich ein Zeitalter, in dem die ganze Welt digital miteinander vernetzt ist – das Auto mit der Tankstelle, ein Patient mit seiner Ärztin, ein Bürger mit verschiedenen Behörden. Diese Vision zeigt deutlich, dass innovative Technologien nicht nur die Wirtschaft oder Verwaltung betreffen, sondern uns Menschen in verschiedensten Rollen und Aufgaben.

Vernetzung muss Mehrwert schaffen

Aktuell existieren auf der Welt bereits über neun Milliarden vernetzte Gerätschaften. Schätzungen für das Jahr 2020 gehen von zwanzig bis dreißig Milliarden Geräten aus. Wir müssen Wege finden, wie wir durch gezielte Analyse der durch diese Vernetzung entstehenden Daten nutzenbringende Informationen generieren und einen Mehrwert für Unternehmen, Verwaltung und Gesellschaft schaffen können. Die Ausgangslage der deutschen Wirtschaft ist dabei hervorragend: Der hohe Industrialisierungsgrad ist von großem Vorteil und bietet einen extrem guten Resonanzboden, um Big Data zu verarbeiten und KI-basierte Geschäftsmodelle einzusetzen. Auch von internationalen Unternehmen wird Deutschland als Innovationsstandort hochgeschätzt. Wir haben beste Voraussetzungen, die wir auch nutzen sollten, um hier zur treibenden, innovativen Kraft zu werden.

Themen wie Industrie 4.0, Künstliche Intelligenz (KI) oder Society 5.0 sind keine reine Zukunftsmusik mehr. Schon heute sehen wir ganz reale Anwendungsfälle in verschiedensten Bereichen. Wir analysieren in Echtzeit große Datenmengen zur Wettervorhersage, zur Textanalyse oder zur schnellen Kategorisierung und Klassifizierung von Nachrichten. Künstliche Intelligenz findet sich auch im Gesundheitswesen und im Mobilitätsumfeld wieder. Wir haben untereinander vernetzte Autos und intelligente, sprachgesteuerte Systeme im Einsatz, und Automatisierung und Selbstoptimierung halten Einzug in das Fertigungsumfeld.

Unliebsame Aufgaben zu automatisieren ist ein Gewinn

Die vielfältigen Anwendungsszenarien und Einsatzmöglichkeiten machen deutlich, dass innovative Technologien beträchtlichen Nutzen an verschiedensten Stellen stiften können. Für Unternehmen entstehen völlig neue Geschäftsmodelle und vielfältige Möglichkeiten, Umsatz zu generieren. Im Arbeitsumfeld werden Veränderungen für uns spürbar sein: Zum einen bilden sich natürlich gänzlich neue Berufsprofile heraus, die in direktem Zusammenhang zu den Innovationen stehen. Zum anderen kann aber auch der Arbeitsalltag in nahezu jedem Berufsfeld vom Technologieeinsatz profitieren. Sich wiederholende und unliebsame Aufgaben können automatisiert ausgeführt werden und mehr Platz schaffen, um kreativ zu werden und eigene Ideen zu entwickeln. Auch gesamtgesellschaftlich können wir in vielfältiger Weise von unseren Innovationen profitieren: Individualisierte und gezieltere Therapiemethoden verbessern unser Gesundheitssystem. Technologien zur Unterstützung älterer Mitmenschen ermöglichen es uns, auch im hohen Alter noch ein selbstbestimmtes Leben führen zu können. Intelligente Frühwarnsysteme helfen uns, Umweltkatastrophen zu verhindern oder diesen besser begegnen zu können.

Bei all den gebotenen Chancen gilt es aber auch, die Risiken im Blick zu halten, die mit technologischem Fortschritt einhergehen können. Wir müssen überlegen, wie wir ihnen begegnen. Für mich greift an dieser Stelle das Motto „Mensch und Maschine“, nicht „Mensch gegen Maschine“. Bei IBM haben wir uns daher zu drei Grundsätzen im Zusammenhang mit KI verpflichtet. Zum ersten sollte sie stets zweckgebunden sein. Im zweiten Grundsatz geht es darum, wem die zur Verfügung gestellten Daten und die daraus abgeleiteten Erkenntnisse gehören. IBM vertritt hier klar die Position, dass beides eindeutig Eigentum des jeweiligen Kunden oder der jeweiligen Kundin ist und bleibt. Als dritten Grundsatz vertreten wir Transparenz und Erklärbarkeit: Wir kommunizieren unserer Kundschaft klar, welche Daten in Analyseprozesse einfließen, welche Algorithmen Anwendung finden und schließlich, wie bestimmte Entscheidungen zustande kommen. Zusätzlich sind wir der Ansicht, dass das Know-how der Expertinnen und Experten der unterschiedlichen Fachgebiete notwendig ist und bleibt, um KI-Systeme anzulernen. Gleichzeitig ist es genauso wichtig, ebendiese Personen mit der Anwendung der Technologie vertraut zu machen und zu schulen.

Digitale Bildung als zentrale Voraussetzung, die Zukunft zu gestalten

Diese Grundsätze erscheinen auch im gesellschaftlichen Kontext essenziell. Jeder und jede einzelne von uns muss wissen, wie er oder sie verantwortungsvoll mit den eigenen, aber auch mit Daten anderer umgeht. Unternehmen, die Systeme am Markt zur Verfügung stellen, müssen transparent nachweisen können, welche Daten und Algorithmen einfließen. Und schließlich muss die Politik unterstützende Rahmenbedingungen hierfür schaffen. Dabei sind drei Punkte entscheidend: Bestehende Technologien müssen Anwendung finden, die Grundlagenforschung muss strategisch vorangetrieben werden und – essenziell –, es bedarf einer entsprechenden Bildung. Eine breite digitale Bildung ist in allen Lebensbereichen zentrale Voraussetzung, um innovative Technologien vernünftig und nutzenbringend einsetzen zu können. Jeder und jede von uns muss ein prinzipielles Verständnis dafür entwickeln, wie digitale Angebote genutzt werden können, was mit Künstlicher Intelligenz passiert und wie wir uns verantwortungsbewusst innerhalb des veränderten Systems bewegen können. Hier ist sowohl das Bildungssystem an sich gefragt als auch die Kommunikation und Informationsvermittlung gegenüber der Bevölkerung. Wenn wir es schaffen, diese Punkte umzusetzen, dann werden wir mit Sicherheit nicht die Getriebenen von Technologieinnovationen sein, sondern können weiterhin mit Mut und Selbstvertrauen agieren und diejenigen sein, die die Entwicklung aktiv vorantreiben.

Werden wir Treibende oder Getriebene der Technologien sein? Diese Frage wird sich durch unsere Innovationskraft entscheiden. - Andrea Martin #informatik2018 #bigdata https://bit.ly/2R23LEM Klick um zu Tweeten
Kategorien:
  Allgemein, Begleitforschung, Big Data Debattenband, Datenanalyse

Artikel teilen

[easy-social-share buttons="twitter,facebook,google,xing,linkedin,flipboard" counters=0 style="icon" url="http://www.smartdata-blog.de/2018/09/27/aus-big-data-smart-data-next-treiber-oder-getrieben-werden-technologie-innovationen-machen-den-unterschied/" text="Aus „Big Data, Smart Data, next?“: Treiber oder getrieben werden – Technologie-Innovationen machen den Unterschied"]
Über

 Smart Data Begleitforschung

  (43 Artikel)

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Die E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.