Aus „Big Data, Smart Data, next?“: Von Smart Data zu Smart Everything

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Andreas Wesselmann, SAP © Wolfgang Borrs

 

Von Andreas Wesselmann.

Wir reden heute nicht mehr über Daten an sich und wie mit dem besten Algorithmus die Daten verarbeitet werden können. Es geht inzwischen darum: Wie machen wir aus den Daten wertvolle Informationen? Wie analysieren wir diese Informationen, wie machen wir daraus Innovationen und vor allem: Wie generiert man daraus einen Wettbewerbsvorteil?

Lassen Sie uns einsteigen in die Welt der digitalen Zukunft. Ich denke, es gibt einige Aspekte, die dabei jedem klar sein sollten. Zum einen ist der Aspekt der Geschwindigkeit ein ganz entscheidender Faktor. Die  Geschwindigkeit, mit der sich Dinge verändern, ist jetzt schon atemberaubend schnell und das wird sich noch weiter beschleunigen. Die Leuchtturmprojekte des Bundesministeriums für  Wirtschaft und Energie liegen heute viel näher an dem, was wir gegenwärtig bereits in der Software umsetzen, als das noch vor zehn Jahren der Fall war. Themen, die aktuell in der Forschung diskutiert werden, finden sich zum Teil schon in der Software wieder. Ein zweiter entscheidender Aspekt ist die fundamentale Veränderung der Geschäftsprozesse für Unternehmen. Globalisierung und Digitalisierung bieten neue Möglichkeiten, während die Eintrittsbarrieren auch für andere Wettbewerber viel niedriger liegen. Digitale Plattformen, die über ein vernünftiges Netzwerk mit vielen Millionen Menschen verfügen, können existierende (analoge) Player ganz einfach aus dem Wettbewerb nehmen. Das heißt, es geht im Kern darum, mit der eigenen Kompetenz weiter wettbewerbsfähig am Markt zu bleiben. Dabei sind Geschwindigkeit und die Veränderung der Geschäftsprozesse zwei substantielle Punkte. Der dritte Punkt ist der Aspekt der Globalisierung. Es ist gut, dass wir in Deutschland diskutieren, doch in der Realität sehen wir uns einer globalen Entwicklung gegenüber. Es gibt, in dem Sinne, keine Grenzen mehr. Wir haben dieselben Infrastrukturen, teilweise bessere, außerhalb von Europa. Uns stehen dieselben Informationen zur Verfügung. Jede Person hat Zugriff auf Forschungsergebnisse. Jede Person kann weltweit agieren. Es ist etwas Globales, was jeden oder jede betrifft.

Daten: Dezentral gespeichert und von schwankender Qualität

Was heißt das aber nun konkret für die Unternehmen? Was bedeutet die Herausforderung Big Data? Die Frage, wo Daten in Unternehmenslandschaften liegen, hat sich drastisch verändert. Früher gab es ein zentrales System mit Daten in strukturierter Form. Die Daten wurden in ein konsistentes Bild zusammengeführt. Inzwischen hat sich die Situation verändert. Da die Mengen an Daten schnell wachsen und die Arten von Daten sowie deren Verarbeitung durch hoch optimierte Systeme sich rasant verändern, liegen die Daten an verschiedenen Stellen. Datenreplikation ist zum Teil gar nicht mehr möglich. Das Internet gibt einfach nicht genügend Bandbreite her, um die Daten täglich zu replizieren. Und selbst, wenn man die Daten replizieren und an einem zentralen Ort speichern könnte, wäre man schon wieder zu spät, um die richtigen Vorhersagen treffen zu können. Das heißt, dass wir Technologien anwenden müssen, die Daten vor Ort verarbeiten, und dabei gleichzeitig einen Gesamtüberblick über die vollständige Datenlandschaft haben.

Ein weiteres Thema ist die Qualität der Daten. Sensordaten von Maschinen beispielsweise liegen nicht unbedingt in der Qualität vor, wie man es von klassischen Unternehmensdaten erwarten würde. Dies bedeutet in der Konsequenz, die Daten müssen erst auf ihre Qualität geprüft werden, was in vielen Unternehmen aktuell noch manuell abläuft. Dieser Prozess muss vollständig automatisiert werden, um eine Skalierung zu erreichen.

Die Unternehmen stehen vor der Herausforderung, permanent schneller agieren zu müssen, als sie es in der Vergangenheit getan haben. Der Zeitdruck, Lösungen zur Verfügung zu stellen und am Markt präsent zu sein, nimmt zu. Wir brauchen mehr Agilität auf der einen Seite und mehr Skalierung auf der anderen Seite. Aus unserer Sicht ist deshalb eine gesamtheitliche Herangehensweise notwendig. Nur die Betrachtung und Verarbeitung von Daten ist nicht ausreichend. Unternehmen brauchen Möglichkeiten, sich zu differenzieren. Erkenntnisse aus Daten müssen kontinuierlich und automatisiert in Geschäftsprozesse integriert werden, um diese zu optimieren und auch neue Geschäftsprozesse abzuleiten.

Differenzierung und Offenheit als Schlüssel

Differenzierung ist dabei ein interessanter Punkt. Differenzierung der einzelnen Unternehmen heißt, dass man eine individuelle Lösung benötigt. Das heißt für uns als Lösungsanbieter, dass wir dem Kunden im Wesentlichen einen offenen Baukasten zur Verfügung stellen müssen, kombiniert mit der Expertise für die jeweiligen Industrie- und Geschäftsbereiche. Offenheit ist hier erforderlich, um die benötigte Geschwindigkeit zu erreichen. Wenn wir Lösungen bauen, spielt daher auch der Open-Source-Bereich eine wichtige Rolle. Insgesamt kann man inzwischen mehr von einem Kooperations- oder Ko-Innovationsmodell sprechen, das wir mit unserer Kundschaft eingehen. Der Kunde oder die Kundin und ihre jeweiligen Herausforderungen stehen im Mittelpunkt –  Lösungen werden gemeinsam entwickelt. Was bedeutet das zusammengefasst? Als erstes sollten wir uns darüber im Klaren sein, dass die skizzierte Entwicklung eine globale Entwicklung ist, die so oder so stattfindet und dies mit zunehmender Geschwindigkeit. Es gibt keine Option, dass wir uns als Deutschland oder als Europa ausklinken und denken, dass wir mit lokalen Entwicklungen global wettbewerbsfähig sein können. Also bleiben nur zwei Optionen: Das Ganze aus einer eher abwartenden, beobachtenden Perspektive anzugehen oder die Entwicklung aktiver mitzugestalten. Meine Präferenz ist die aktive Mitgestaltung, denn nur so können wir Einfluss nehmen. Mir ist dabei wohl bewusst, dass uns nicht alle Aspekte klar sind, aber das gilt bei jeder Innovation. Wenn Unternehmen Innovationen vorantreiben wollen, um sich am Markt zu differenzieren, müssen sie ein gewisses Risiko in Kauf nehmen. Dabei ist schnelles Lernen wichtig. Ich bin davon überzeugt, dass wir uns hier in Europa und insbesondere in Deutschland wirklich differenzieren können. Wir müssen es schaffen, die Themen Big Data und Geschäftsprozesse zu verheiraten und mit unserer Industrieexpertise, die insbesondere im Mittelstand zu finden ist, zu kombinieren. Wenn wir daraus, mit dem Verständnis der Geschäftsprozesse im Kern, Lösungen bauen, dann ist das etwas, was in der Kombination weder in den USA noch in China aktuell vorzufinden ist. Daher der Appell an alle und insbesondere an unsere deutschen Unternehmen: „Think big! Start small! But start now!“

Der gesamte Debattenband „Big Data, Smart Data, next?“ steht hier zum kostenlosen Download zur Verfügung.

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