Aus „Big Data, Smart Data, next?“: Die Zukunft der deutschen Digitalwirtschaft liegt in der Stärkung der eigenen Kernkompetenzen

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Dr. Alexander Tettenborn, Bundesministerium für Wirtschaft und Energie © Wolfgang Borrs

 

Von Dr. Alexander Tettenborn.

Nach bald vier Jahren erfolgreicher Forschungs- und Entwicklungsarbeit endet in diesen Wochen unser Technologieprogramm „Smart Data – Innovationen aus Daten“. Zum Abschluss lohnt sich gleich in zweifacher Hinsicht ein Blick in die Vergangenheit.

Erinnern sollten wir uns zum einen gerade jetzt an THESEUS, das als großes Vorläuferprogramm mit einem Volumen von 200 Mio. Euro die Grundlagen für gute Forschungsarbeit bis heute gelegt hat und das als eine Art Urknall für Smart Data gelten kann. Als auf der damaligen Abschlusskonferenz wirklich beeindruckende Ergebnisse präsentiert wurden, stand die Frage im Raum, welchen konkreten Nutzen diese Ergebnisse letztlich haben werden. Jetzt, einige Jahre später, konnten in Smart Data die damals aufgebauten Kompetenzen in konkreten Anwendungen genutzt werden. Hier zeigt sich die herausragende Bedeutung der Kohärenz von Grundlagenarbeit über angewandte Forschung bis hin zur Marktreife für unsere Arbeit. Auch die enge Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für Bildung und Forschung liegt hierin begründet. Dass diese für alle Beteiligten großen Mehrwert schafft, konnte auch im Zusammenhang der Forschungsprogramme um Big Data erneut demonstriert werden.

Big Data ist und bleibt die Basis

Ebenfalls einige Jahre zurück liegt die Veranstaltung der ersten Big Data Days, auf denen zum ersten Mal die relevanten Akteure und Akteurinnen in Deutschland zu Big Data zusammenkamen und diskutierten. Dass wir den Veranstaltungstitel für die Abschlussveranstaltung des Smart-Data-Programms beibehalten haben, ist natürlich kein Zufall. Auf diese Weise gelang es, auch im Transfer der Programmergebnisse einen Bogen zu spannen von den allgemeinen oder besser grundsätzlichen Fragestellungen im Kontext von Big Data hin zu den konkreten Anwendungen und darüber hinaus. Big Data bleibt auch weiterhin ein für die Forschung vorherrschendes Thema, insbesondere als Basistechnologie im Zusammenhang neuer technischer Entwicklungen wie dem Internet-of-Things, der Künstlichen Intelligenz (KI) oder auch im Kontext der Plattformökonomie. Für diese werden aktuell bereits mit den beiden Forschungsprogrammen Smart Service Welt I und II einige vielversprechende Forschungsvorhaben vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert.

Sprechen wir von Plattformökonomie, so zeichnen sich bereits Trends mit globalen Auswirkungen ab. Im B2C-Bereich etwa werden neue Konzepte entwickelt, die auf dezentrale Produktion setzen und damit letztlich große Wirtschaftszweige, insbesondere in den Entwicklungsländern, langfristig obsolet machen werden. Für den B2B-Bereich gilt, dass sich Politik, Forschung und Wirtschaft in Deutschland auf die bestehenden Stärken und Kernkompetenzen besinnen müssen. Das hier vorhandene, zum Teil über Jahrhunderte entwickelte Domänenwissen lässt sich nicht einfach von einem der GAFA-Unternehmen (Google, Apple, Facebook, Amazon) einkaufen und/ oder durch Algorithmen ersetzen. Diesen Vorteil gilt es in den betroffenen Industrien auszuspielen, solange er noch besteht.

Genau an dieser Stelle setzt auch die staatliche Förderung an. Unsere Aufgabe ist es, Trends zu erkennen und entsprechend dort zu investieren, wo Märkte zögerlich reagieren oder gar versagen. Damit übernehmen wir auch einen Teil des Risikos, denn nicht zuletzt aufgrund der Schnelllebigkeit der verschiedenen technologischen Trends lässt sich ein nachhaltiger wirtschaftlicher Erfolg der Forschungsvorhaben natürlich nicht garantieren. Und doch hat Smart Data gezeigt, dass es sich lohnt, gerade in den deutschen Schlüsselbereichen Industrie, Mobilität, Gesundheit und Energie die eigenen Stärken zu fördern.

Keine Angst vor neuen Technologien

Nun gilt die allgemeine Regel: Nach dem Forschungsprogramm ist vor dem Forschungsprogramm. Und so befindet sich das Nachfolgeprogramm von Smart Data bereits in der Entwicklung. Daten bleiben dabei der inhaltliche Kern, jedoch in neuen Formen und unter Einbeziehung neuer Entwicklungen, wie zum Beispiel Blockchain-Technologien oder KI. Anders als häufig zitiert, ist letztere keineswegs ein altes Thema, denn sie revolutioniert alles Bestehende. Im – auch gesellschaftlichen – Umgang mit KI ist dabei Angst ein schlechter Berater. Wichtig ist stattdessen für Politik, Wirtschaft und Forschung, die offenen Fragestellungen gezielt und gemeinsam zu betrachten, um den größtmöglichen Nutzen für alle herauszuarbeiten und sich dabei auf die eigenen Stärken zu besinnen. Die Zukunft hat begonnen, Big Data ist in Deutschland angekommen. Es gilt, neue und interessante Forschungsfelder zu definieren – die Arbeit fängt jetzt erst für uns an.

 

Der gesamte Debattenband „Big Data, Smart Data, next?“ steht hier zum kostenlosen Download zur Verfügung. Hier finden Sie zudem die Eckpunkte der Bundesregierung für eine Strategie zur künstlichen Intelligenz von Juli 2018.

„Wichtig ist stattdessen (...), die offenen Fragestellungen gezielt und gemeinsam zu betrachten (...) und sich dabei auf die eigenen Stärken zu besinnen.“ - Alexander Tettenborn #BigData https://bit.ly/2ySfdLa Klick um zu Tweeten

 

 

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