Offene Daten für eine smarte Gesellschaft

Von Smart Data Begleitforschung Vor 3 WochenKeine Kommentare
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Von Nicolas Zimmer, Technologiestiftung Berlin.

Die Digitalisierung ist in unserem Alltag angekommen. Nicht nur Telefone, sondern auch Autos, Haushaltsgeräte, sogar ganze Städte sind dabei, „smart“ zu werden. Das bedeutet auch, dass in den verschiedensten Lebensbereichen immer mehr Daten anfallen. Wasser- und Energieverbrauch, Verkehr, Umwelt und vieles mehr werden digital erfasst und geregelt. Viele der dabei entstehenden Daten sind von öffentlichem Interesse. Sie können zu mehr Transparenz, fundierteren Entscheidungen und einer höheren Lebensqualität beitragen.

Hinter „Open Data“ steht die Idee, Datenbestände der öffentlichen Hand für die Allgemeinheit verfügbar zu machen. Denn dann kann sie jeder nutzen und damit neue Anwendungen schaffen. Bereits heute entwickeln Start-ups aus offenen Daten innovative Geschäftsmodelle, aber auch die Wissenschaft nutzt sie für ihre Forschung. Nicht zuletzt sind offene Verwaltungsdaten Ausgangspunkt von bürgerschaftlichem Engagement und digitaler Teilhabe. Auch die volkswirtschaftlichen Potenziale dieser Entwicklungen sind beachtlich: Mehr als 30 Millionen Euro im Jahr, so ergab eine Studie der Technologiestiftung Berlin, könnte Open Data in naher Zukunft allein für die Hauptstadt Wert sein.

Immer selbstverständlicher verlassen wir uns im Alltag auf die Verfügbarkeit digitaler Ressourcen. Deshalb werden wir perspektivisch die Bereitstellung von Daten als Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge betrachten müssen. So, wie Städte und Kommunen für ihre Bürgerinnen und Bürger ein Verkehrs- oder Energienetz unterhalten, sollten sie auch eine verlässliche und offene Dateninfrastruktur aufbauen. Das erfordert Investitionen, wird sich aber vielfach auszahlen. Denn Daten sind eine nahezu unerschöpfliche Ressource, deren Wert steigt, wenn man sie teilt. Und mit Umfang und Qualität der verfügbaren Datenbestände wächst auch die Zahl möglicher Anwendungen.

Eine wichtige Voraussetzung dafür ist, dass die Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung endlich mit Entschlossenheit angegangen wird. Das ist nicht nur eine technische Herausforderung, sondern erfordert eine ganzheitliche Betrachtung: Die Digitalisierung führt zu einem Wandel von Arbeitskulturen, der neue Aufgabenbereiche und andere Kommunikations- und Organisationsformen mit sich bringt. Transparenz und Offenheit werden dabei eine viel größere Rolle spielen. Die Verwaltung wird sich für Ideen von außen öffnen müssen, um mit dem technologischen Wandel Schritt zu halten.

In Berlin bin ich jeden Tag aufs Neue beeindruckt von der Innovationskraft, mit der sich eine neue Generation von „Digital Natives“ in die Stadtgesellschaft einbringt. Die Start-up-Szene hat sich zu einem der wichtigsten Wirtschaftszweige der Hauptstadt entwickelt. Viele ihrer Protagonisten sind von intrinsischer Motivation getrieben, von dem Wunsch, etwas zu verändern und die neuen technischen Möglichkeiten kreativ zu nutzen. Durch Open Data geben wir diesen kreativen Köpfen die Chance, sich in der Gestaltung des öffentlichen Lebens zu engagieren und Anwendungen zum Nutzen der Allgemeinheit zu schaffen. Damit morgen nicht nur Telefone und Autos smart sind, sondern auch die Gesellschaft, in der wir leben.

 

Dieser Beitrag wurde erstmalig publiziert im Rahmen der Publikation „Open Data in Deutschland“ der Fachgruppe „Wirtschaftliche Potenziale und gesellschaftliche Akzeptanz“ der Smart-Data-Begleitforschung, die hier als kostenloser Download zur Verfügung steht.

„Daten sind eine nahezu unerschöpfliche Ressource, deren Wert steigt, wenn man sie teilt.“ - Nicolas Zimmer #OpenData #BigData https://bit.ly/2ShG3oC Klick um zu Tweeten

 


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