Anreize für die Bereitstellung von Open Data richtig setzen

Von Smart Data Begleitforschung Vor 1 WocheKeine Kommentare
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Von Thomas Elteste, Deutsche Bahn AG.

Im Zeitalter von Industrie 4.0 und der Wissensgesellschaft sind die freie Verfügbarkeit von Daten und die Möglichkeit zu deren Analyse von entscheidender Bedeutung. Dabei geht es nicht allein um die Verfügbarkeit von Daten als Open Data an sich, sondern auch um die Methoden, Tools, Plattformen und Communitys für eine intelligente Verbreitung, Auswertung und Nutzung der Daten (Smart Data). Generell ist Open Data geeignet, der Gefahr von Datenmonopolen entgegenzutreten. Open Data kann Zugangshürden für neue Marktteilnehmer senken und neue innovative Produkte ermöglichen. Open Data erleichtert Wissenschaft und Forschung einschließlich eines möglichen späteren Transfers in die praktische Anwendung und in marktfähige Produkte. Open Data vereinfacht den Zugang aller Beteiligten zu Daten, senkt Transaktionskosten und ermöglicht finanziell nicht oder nur gering untersetzte Nutzungen. Letztlich verheißt Open Data Öffentlichkeit, Transparenz und Qualität der Daten und ihrer Nutzung, ohne aber proprietäre Daten und Geschäftsmodelle auszuschließen. Neben Innovation und Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft fördert Open Data die gesellschaftliche Diskussion und Teilhabe aller Bürger.

Entscheidend ist, die Rahmenbedingungen für Open Data so zu setzen, dass möglichst viele Daten als Open Data unter transparenten und wirksamen Lizenzen verfügbar sind, dass möglichst viele und relevante Beteiligte aus Wissenschaft und Forschung, aus der Wirtschaft und aus der Zivilgesellschaft mitwirken und dass sich Communitys bilden, die von sich aus und nachhaltig an der Beschaffung, Verbreitung und Analyse von Open Data, aber auch an der Entwicklung von Methoden, Tools und Plattformen zur Analyse mitwirken. Dazu trägt die staatliche Verwaltung ihrerseits durch die Bereitstellung ihrer eigenen Datenbestände als Open Data bei. Aber auch in anderer Weise kann sie diesbezügliche Anreize setzen. Dazu zählen die Gestaltung eigener Beschaffungen im Hinblick auf die Bereitstellung und Nutzung von Open Data und der Einsatz von Förderinstrumenten mit strukturbildender Zielsetzung. Ausgehend von der Analyse, in welchen Bereichen die Verfügbarkeit von Open Data einen besonderen gesellschaftlichen Nutzen hat, können wettbewerblich geeignete Projekte ausgewählt und die Bildung von communitybasierten Initiativen gefördert werden. Wichtig sind zudem klare rechtliche Rahmenbedingungen. Hohe Komplexität oder Intransparenz verhindern effektiv die Bereitschaft zur Bereitstellung und Nutzung von Open Data. Daher muss die Rechtsprechung zu den Rahmenbedingungen beobachtet, auf gleiche Wettbewerbsbedingungen geachtet und notfalls auch seitens des Gesetzgebers nachgesteuert werden. Grundsätzlich ist hier aber Zurückhaltung des Gesetzgebers angezeigt, da eine zu weitgehende oder detaillierte Regulierung die dynamische Entwicklung eher behindern könnte.

Letztlich muss es darum gehen, mit Hilfe von Open Data Kräfte unter Beachtung aller datenschutzrechtlichen Rahmenbedingungen für die intelligente Analyse und Nutzung von Daten, neuen Anwendungen und Arten der Zusammenarbeit freizusetzen, die sonst in der Absicherung proprietärer Daten, der Klärung der Voraussetzungen für die Datennutzung oder der Regulierung gebunden sind.

 

Dieser Beitrag stammt aus der Publikation „Open Data in Deutschland“ der Fachgruppe „Wirtschaftliche Potenziale und gesellschaftliche Akzeptanz“ der Smart-Data-Begleitforschung, die hier als kostenloser Download zur Verfügung steht.

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