Kulturwandel in der Gesellschaft unterstützen

Von Smart Data Begleitforschung Vor 1 WocheKeine Kommentare
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Bei Open Data ist Transparenz bei der Verwendung der Daten höchstes Gebot © julief514 – Fotolia.com

 

Von Patrick Baron, HRpepper GmbH & Co. KGaA.

Kontrollverlust, neue Geschäftsmodelle, Transparenz, Schutzbedürfnis, Recht zur Weiterverarbeitung, Privatsphäre, Partizipation, Kosten-Nutzen-Verhältnis … All dies sind Begriffe, die bei der gesellschaftlichen Diskussion um Chancen und Risiken von Open Data aufgeworfen werden. Daraus lassen sich schnell die kontroversen Positionen der Diskussionspartner ableiten. Schutzbedürfnis versus Chance? Bewahren oder Verändern? Ein deutlich mehrheitliches Votum ist derzeit nicht erkennbar.

Dies verdeutlicht auch die Studie „Datenland Deutschland“1 der Unternehmensberatung Deloitte, in der Folgendes festgestellt wurde:

Weitergabe persönlicher Daten

  • 71 Prozent der Studienteilnehmer achten besonders darauf, welche persönlichen Daten sie im Internet zur Verfügung stellen.
  • Über 50 Prozent der Studienteilnehmer übermitteln Daten nur an Organisationen, denen sie vertrauen.

Datenschutz wird umfassender ausgelegt

  • 73 Prozent der Studienteilnehmer wünschen sich Schutz vor dem Weiterverkauf ihrer Daten.
  • 60 Prozent fordern Transparenz in Bezug auf Inhalt und Zweck der Datenweitergabe.

Data Analytics unumgänglich für Entscheidungsfindung

  • 70 Prozent der Unternehmen geben Data Analytics hinsichtlich Prognosen den höchsten Stellenwert.

Auch vor kurzem durchgeführte Umfragen von Forsa und Infratest dimap zur Akzeptanz und Nutzung von Open Data haben gezeigt, dass mit dem Thema verbundene Fragestellungen sehr kontrovers diskutiert werden.2

Letztlich steht eine zentrale Fragestellung im Mittelpunkt der Bewertung: Sind der gesamtgesellschaftliche Nutzen und die mit der Bereitstellung und Nutzung von Open Data verbundenen Chancen größer als die damit verbundenen Kosten und Risiken?

Mit der Ratifizierung des E-Government-Gesetzes entsteht auf Ebene der Bundesverwaltung eine Grundvoraussetzung dafür, qualitativ hochwertige Open-Data-Inhalte zur Verfügung zu stellen. Programme wie die „Digitale Agenda 2014–2017“ und der „Nationale Aktionsplan der Bundesregierung zur Umsetzung der Open-Data-Charta der G8“ sind klare Willenserklärungen, wie mit der Öffnung von Daten der öffentlichen Verwaltung umgegangen werden soll.

Grundsätzlich lassen sich auf der Basis des Status quo in Deutschland drei wesentliche Handlungsstränge ableiten:

  • Risiken vermeiden: Politik und Wissenschaft sind aufgefordert, rechtliche Grundlagen zu schaffen, um das grundlegende Schutzbedürfnis personenbezogener Daten zu erfüllen. Dies bedeutet nicht nur die interpretationsfreie Formulierung von Datenschutzbestimmungen, sondern darüber hinaus auch die Möglichkeit zur Einsichtnahme des „Datenspenders“. Damit einher gehen die Schaffung von Rechtssicherheit sowie klare Regelungen für den Fall des Missbrauchs. Die aktuell feststellbare Unsicherheit der Bürgerinnen und Bürger kann so deutlich reduziert werden.
  • Chancen nutzen und mit gutem Beispiel vorangehen: Die öffentliche Verwaltung kann durch die strukturierte und qualitativ hochwertige Bereitstellung von Open Data einen bedeutenden Beitrag leisten, die Akzeptanz in Bezug auf die freiwillige Weitergabe von Datenbeständen auch in der Privatwirtschaft zu erhöhen und damit neuen Geschäftsmodellen, die auf der Grundlage von „Upcycling“ unterschiedlicher Datenbestände entstehen können, einen wichtigen Impuls zu geben.
  • Informieren: Bürgerinnen und Bürger sind wesentlich intensiver als bisher darüber aufzuklären, welchem Zweck das Verfügbarmachen von offenen Daten dient und worin hierbei der gesamtgesellschaftliche Nutzen besteht. Ergänzend dazu ist ein Bewusstsein dafür zu schaffen, dass die Öffnung von Datenbeständen zur Weiterverwertung letztlich in Geschäftsmodelle einfließen wird, die den Bürgerinnen und Bürgern bedarfsgerechte Dienste anbieten können.

Derzeit befassen sich mehrere Initiativen von privatwirtschaftlichen und öffentlichen Institutionen mit der Fragestellung der Schaffung von Akzeptanz für Open-Data-Modelle. Im Sinne der Förderung des Reifegrades der Digitalisierung in Deutschland und der damit verbundenen Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der Bundesrepublik kann eine Zusammenführung der Initiativen unter einer zentralen Schirmherrschaft nur empfohlen werden.

 

Dieser Beitrag stammt aus der Publikation „Open Data in Deutschland“ der Fachgruppe „Wirtschaftliche Potenziale und gesellschaftliche Akzeptanz“ der Smart-Data-Begleitforschung, die hier als kostenloser Download zur Verfügung steht.

„Bürgerinnen und Bürger sind (...) darüber aufzuklären, welchem Zweck das Verfügbarmachen von offenen Daten dient und worin hierbei der gesamtgesellschaftliche Nutzen besteht.“ - Patrick Baron #OpenData #BigData https://bit.ly/2RxIB0M Klick um zu Tweeten

 


  1. Die Studie beruht auf zwei getrennten Befragungen, die sowohl die Konsumenten- als auch die Unternehmensperspektive abbilden. Die Befragungen wurden in Zusammenarbeit mit Research Now durchgeführt. Zum einen wurden 1.500 Konsumenten in Deutschland repräsentativ befragt, zum anderen 256 deutsche Großunternehmen mit einem Umsatz von mehr als 100 Millionen Euro.
  2. Vgl. http://www.egovernment-computing.de/forsa-studie-wuenschen-buerger-mehr-transparenz-v-22238-7456/ sowie https://www.heise.de/newsticker/meldung/Chancen-und-Risiken-von-Open-Data-1108937.html.
Kategorien:
  Allgemein, Begleitforschung, Datenanalyse

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